Regelung der Jagdsteuer nicht einheitlich

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Nordrhein-Westfalen war für Jäger mit der Abschaffung der Jagdsteuer mustergültig. Jäger hatten bis dato für ihre aktive Betätigung im Naturschutz eine Steuer in Höhe von meist 20% der Pachtsumme zu zahlen. Alle anderen Naturnutzer durften sich kostenlos in der Natur betätigen. Diese Ungleichbehandlung besteht in Rheinland-Pfalz nach wie vor. Seit Jahrzehnten kämpft der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz für die Abschaffung dieser Unrechtssteuer. Die Jäger bekommen stets erklärt, dass die Jagdsteuer eine Kommunalsteuer sei, die in den Landkreisen erhoben wird. Auch der Verzicht der Jäger auf Beseitigung von Straßen-Unfallwild als Druckmittel hat keine Wirkung auf die Landräte gezeigt. Sie haben stets die Gegenrechnung aufgemacht, dass die Jagdsteuer der im Kreis tätigen Jagdpächter zusammen höher sei, als die jährlichen Kosten für die Beseitigung des Straßen-Unfallwilds. Eine Abschaffung wegen der Ungleichbehandlung der Steuerzahler aus ethisch-moralischen Gründen, war angesichts leerer Kommunalkassen fernab jeder Betrachtung.

Mit den beiden heißen Sommern 2018 und 2019 und der nachfolgenden Borkenkäferkalamität war eine neue Situation geschaffen. Landesregierung, der gesamte dafür schaffende Beamtenapparat, sämtliche Naturschutzverbände einschließlich Landesjagdverband, der auch ein anerkannter Naturschutzverband ist, und die Wald Besitzenden, haben eine gemeinsame Positionsbestimmung erarbeitet, wie der Wald zukunftsfähig gemacht werden kann. In der Juli-Ausgabe der Verbandszeitschrift “Jagd und Jäger” erläutert LJV-Vizepräsident G. Bartmann, dass es eine Verantwortungsgemeinschaft in dieser Form noch nie gegeben habe.

Die Protagonisten dieser Übereinkunft haben mehr als deutlich gemacht, dass den Jägern bei der Realisierung des Waldumbaus mit einer zielgerichteten Schalenwildbejagung eine überragende Bedeutung zukommen wird und dies in der Gesellschaft entsprechend zu würdigen und so auch zu kommunizieren sei.

Als Jagdpächter war ich euphorisiert und noch erfüllt von Stolz über die Wichtigkeit der jagdlichen Verantwortung und habe den nächsten Brief aus der Post geöffnet. Es war die Mitteilung der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm über die Erhebung der Jagdsteuer für 2020/2021!

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